Nicht unbedeutender deutsch-österreichische Beitrag am neuen Formel1-Weltmeister

02.05.2015

Oberflächlich betrachtet dürften sie eigentlich gar nicht zusammenpassen. Die Rede ist von Lewis Hamilton und dem Mercedes F1-Team.  Auf der einen Seite der exzentrische britische Formel1-Star, der wie kein anderer im Rennsport das Blitzgewitter der Medien sucht, sowie auf der anderen, der unterkühlte Stuttgarter Autokonzern, welcher bislang als altbacken galt und bestenfalls noch für Sicherheit und Komfort bekannt war.  

Comeback nach 55 Jahren

Die Schwaben waren bereits in den 90er Jahren als Motorenlieferant in der Formel1- präsent gewesen, feierten aber 2010, also 55 Jahren nach dem letzten WM-Titel mit Juan Manuel Fangio, auch ihr Comeback als Werksteam. Dazu wurde zunächst Michael Schumacher aus der Rente zurückgeholt und mit Nico Rosberg sowie Nick Heidfeld zwei weitere deutsche Piloten verpflichtet.  Zu Beginn versagte das Team auf ganzer Linie und es sollte noch weitere drei Saisonen dauern bis sich die ersten Erfolge einstellten konnten.

Wende durch ein Einstieg Niki Laudas

Die endgültige Wende brachte der Einstieg der beiden Österreicher, Toto Wolf und der Formel1-Legende Niki Lauda,  welche gemeinsam 40 Prozent des Teams aufkauften (60 Prozent blieben bei Daimler) sowie, als eine ihrer ersten Amtshandlungen, die Verpflichtung für $100 Millionen von Lewis Hamilton bekanntgaben.  Es war aber nicht das liebe Geld, welches den Piloten überzeugte, vielmehr wettete der alte Haudegen aus Stevenage, dass das für 2014 geplanten neuen Motorenreglement klar für das Werksteam sprechen würde. Ähnlich wie bei vielen seiner waghalsigen Überholmanöver, behielt er auch mit diesem Schachzug recht. Schon ein Jahr später (2014) nämlich holte er die Fahrerkrone und gewann mit seinem Kollegen Nico Roseberg gemeinsam 16 der 19 Grand Prix für Mercedes, was auch den ersten Konstrukteurstitel nach Jahrzehnten bedeutete. Auch in der laufenden Saison dominieren die Silberpfeile einmal mehr und haben schon  13 der bislang 16 stattgefundenen Rennen für sich entscheiden können.

Warum dominiert aber Lewis Hamilton auf Mercedes das Geschehen wie kaum ein Zweiter in der Geschichte der Formel1 davor?

Mercedes legt Basis bereits 2011

Einerseits zeichnet sich dafür natürlich das pure Fahrtalent Hamilton, welches ihn laut Statistik jetzt schon zum erfolgreichsten britischen Rennfahrer aller Zeiten macht, andererseits aber auch das Aggregat aus Leistung und Effizienz welches die Stuttgarter entwickelt haben und von dem die anderen Teams derzeit alle nur träumen können. Begonnen hat dieser Entwicklungsvorsprung im Jahr 2011 als das Reglement für 2014 bekannt gegeben wurde. Während die anderen Teams damals diese Umstellungen grob unterschätzten, begannen die Mercedes-Ingenieure unter Anleitung des erfolgreichen Sportmanagers Ross Brawn mit der Entwicklung des neuen Boliden. Die sensible Kombination aus Power-Unit inklusive Turbolader und Hybridsystem stellte sich bislang für die anderen Teams als echte Herausforderung und teilweise unlösbares Problem heraus.  Die Dominanz des deutschen Mercedes-Teams ist sogar so überwältigend, dass viele mittlerweile von einer Formel-Mercedes sprechen und auf eine erneute Änderung des Reglements hoffen, um endlich wieder Spannung in den Titelkampf zu bringen.

Denn so schön die Erfolge für das deutsche Werksteam sind, auch die Stuttgarter wissen dass ständige Sololäufe ihrer Fahrzeuge, statt einem offenen WM-Kampf, schlecht für das Gesamtimage der Formel1 sind. Bis aber die neuen Reglements wirklich greifen, ist noch mit vielen weiteren Triumphen des deutsch-englischen „Erfolgsduos“ Hamilton-Mercedes zu rechnen.  


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